Barcode (EAN) und Radio Frequency Identification (RFID)

Barcode (EAN/GTIN):

Die European Article Number (EAN) ist die (2009 abgelöste) frühere Bezeichnung der heutigen Globalen Artikelidentifikationsnummer (Global Trade Item Number, abgekürzt GTIN). Sie stellt eine international unverwechselbare Produktkennzeichnung für Handelsartikel dar. Die Nummer besteht aus 8 bzw. 13 Ziffern, von denen die ersten 2 oder 3 bzw. 7, 8 oder 9 Ziffern zentral durch die GS1-Gruppe verwaltet und an Hersteller auf Antrag als Global Location Number vergeben werden. In Deutschland fallen für die Vergabe Lizenzgebühren an die GS1 Germany an.

Die EAN bzw. heutige GTIN wird in der Regel als maschinenlesbarer Strichcode auf die Warenpackung aufgedruckt und kann von Barcodescannern decodiert werden, beispielsweise an Scannerkassen.

Vorteile der EAN/GTIN:

  • schnellere Registrierung der Waren an der Kasse
  • überschneidungsfreie Identifikation der Artikel
  • höhere Sicherheit (weniger Tippfehler oder Irrtümer)
  • Erleichterung des Warenverkehrs, automatisierbare Lagerhaltung
  • kein Preisetikett an der Ware nötig, Preis muss nur am Regal stehen
  • transparente, weltweite Standardisierung (zzt. 90 % aller Waren)

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/European_Article_Number

EAN-Nummern (Strichcodes)

Die Prüfziffer der EAN-Nummern (13. Ziffer) berechnet sich, indem man die ersten zwölf Ziffern abwechselnd mit 1 und 3 multipliziert (links mit 1 anfangen) und diese Produkte summiert. Die Prüfziffer ist die Differenz der Summe zum nächsten Vielfachen von 10. Falls die Summe durch 10 teilbar ist, ist die Prüfziffer die 0.
Bei ILN- oder NVE-Nummern wird dasselbe Verfahren angewendet.

1. Beispiel: 978381582086[?]
9·1 + 7·3 + 8·1 + 3·3 + 8·1 + 1·3 + 5·1 + 8·3 + 2·1 + 0·3 + 8·1 + 6·3
= 9 + 21 + 8 + 9 + 8 + 3 + 5 + 24 + 2 + 0 + 8 + 18 = 115
115 + 5 = 120 ⇒ Prüfziffer: 5

2. Beispiel: 978382731710[?]
9·1 + 7·3 + 8·1 + 3·3 + 8·1 + 2·3 + 7·1 + 3·3 + 1·1 + 7·3 + 1·1 + 0·3
= 9 + 21 + 8 + 9 + 8 + 6 + 7 + 9 + 1 + 21 + 1 + 0 = 100
100 ist durch 10 teilbar ⇒ Prüfziffer: 0

3. Beispiel: 400330101839[?]
4·1 + 0·3 + 0·1 + 3·3 + 3·1 + 0·3 + 1·1 + 0·3 + 1·1 + 8·3 + 3·1 + 9·3
= 4 + 0 + 0 + 9 + 3 + 0 + 1 + 0 + 1 + 24 + 3 + 27 = 72
72 + 8 = 80 ⇒ Prüfziffer: 8

Quelle: https://www.arndt-bruenner.de/mathe/scripts/pruefziffern.htm

RFID:

RFID ist ein technisches System, mithilfe dessen Daten kontaktlos gelesen und gespeichert werden können. Diese müssen dabei weder gesehen, noch berührt werden, da die Übermittlung ausschließlich via Funkerkennung erfolgt. Ein RFID-System besteht normalerweise aus zwei Komponenten:

  • einem Transponder (auch RFID-Tag oder RFID-Etikett genannt) und
  • einem RFID-Lesegerät (auch RFID-Reader genannt)

Passive RFID-Tags haben keine eigene Stromversorgung, die Versorgungsspannung wird über Funk vom Lesegerät zum Tag übertragen. Bei der Aktivierung eines Tags sendet dieser seine Signale zurück zum Lesegerät. Bis allerdings genug Energie für ein Antwortsignal bereitsteht, vergeht eine Latenzzeit. Die geringe Leistung des Antwortsignals beschränkt die mögliche Reichweite.

Aktive RFID-Tags haben eine eigene Stromversorgung und können auf Anforderung ihre gespeicherten RFID-Daten senden. RFID-Transponder mit eigener Energieversorgung ermöglichen höhere Reichweiten, geringere Latenzen, einen größeren Funktionsumfang, etwa eine Temperaturüberwachung von Kühltransporten, verursachen aber auch erheblich höhere Kosten pro Einheit.

Batteriebetriebene Transponder befinden sich meist im Ruhezustand (sleep modus) und senden keine Informationen aus, bevor sie durch ein spezielles Aktivierungssignal aktiviert (getriggert) werden. Das erhöht die Lebensdauer der Energiequelle auf Monate bis Jahre. Es werden zwei Arten von gesondert mit energieversorgten RFID-Transpondern unterschieden:

  • Aktive RFID-Transponder nutzen ihre Energiequelle sowohl für die Versorgung des Mikrochips als auch für das Erzeugen des modulierten Rücksignals. Die Reichweite kann – je nach zulässiger Sendeleistung – Kilometer betragen.
  • Semi-aktive RFID-Transponder oder auch Semi-passive RFID-Transponder sind sparsamer, denn sie besitzen keinen eigenen Sender, sondern modulieren lediglich ihren Rückstreukoeffizienten, siehe Modulierte Rückstreuung. Dafür ist die Reichweite abhängig von Leistung und Antennengewinn des Senders auf maximal 100 m reduziert. Die anderen Vorteile gegenüber passiven Transpondern bleiben erhalten.

Quelle: https://www.itwissen.info/RFID-Tag-RFID-tag.html
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/RFID
Quelle: https://logistikknowhow.com/vergleich-unterschiedlicher-rfid-transponder-fur-den-einsatz-im-stationaren-einzelhandel/

Entscheidende Vorteile der RFID-Technologie:

  • Kontaktlose Identifikation (auch ohne Sichtkontakt)
  • Sende- Empfangssignale dringen durch verschiedene Materialien (Karton, Holz, Plastik, Kleidungsstoffe)
  • Transponder kann ausgelesen und beschrieben werden
  • In einigen Fällen ist die Erfassung von RFID bestückten Objekten gegenüber dem Barcode bis zu 20-Mal schneller
  • Gleichzeitige Erfassung vieler Transponder (Pulkerfassung)
  • Form und Größe des Transponders sind in einigen Fällen anpassbar
  • Transponder können direkt ins Produkt implementiert werden
  • Hohe Sicherheit durch Kopierschutz
  • Verschlüsselung von Informationen
  • Daten können direkt auf dem Chip gespeichert werden – es ist keine externe Datenbasis notwendig
  • Das Auslesen eines RFID-Tags ist selbst bei Verschmutzung möglich
  • Die Platzierung des zu erfassenden Objekts ist gegenüber dem Barcode weniger problematisch. Es genügt, wenn sich das Objekt innerhalb des Leseabstands der Erfassungseinheit befindet

Quelle: https://logistikknowhow.com/rfid-vorteile-gegenuber-dem-barcode/